Mycoplasma (M.) genitalium hat sich in den letzten Jahren zu einem der therapeutisch herausforderndsten bakteriellen Erreger sexuell übertragbarer Infektionen entwickelt. Ursache hierfür ist insbesondere die rasche und weltweite Zunahme antimikrobieller Resistenzen, die zu einem deutlichen Verlust wirksamer Standardtherapien geführt hat. Insbesondere Makrolidresistenzen, ausgelöst durch Mutationen im 23S-rRNA-Gen, sind mittlerweile in vielen Regionen bei über 50 % der Isolate nachweisbar. Auch Fluorchinolonresistenzen, meist bedingt durch Mutationen in den parC- und gyrA-Genen, nehmen kontinuierlich zu und limitieren die Wirksamkeit von Moxifloxacin als Zweitlinientherapie.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt, dass Resistenzen weltweit auf hohem Niveau liegen: Für den Zeitraum 2018–2021 wurden global Prävalenzen von 33,3% für Makrolid-Resistenz, 13,3% für Fluorchinolon-Resistenz und 6,5% für Dual-Klassen-Resistenz berichtet. Regionale Unterschiede sind ausgeprägt; in Teilen Europas werden steigende Makrolid-Resistenzraten beschrieben.

