Die Wiederzunahme der Syphilis in Europa hat zu einer wachsenden Zahl atypischer Krankheitsverläufe geführt, die häufig durch ein variables und unspezifisches Symptomspektrum gekennzeichnet sind und dadurch die Diagnosestellung verzögern können. In diesem Case-Report aus Malta wird über den Fall eines jungen Mannes berichtet, der Sex mit Männern hat (MSM), der sich mit persistierenden Kopfschmerzen und einer Schwellung der Stirn vorstellte, klinisch vereinbar mit dem Verdacht auf eine Riesenzellarteriitis.

 

Trotz eines kürzlich negativen Syphilis-Serologietests bestätigten weiterführende Untersuchungen die Diagnose einer Neurosyphilis. Der Patient hatte eine Doxycyclin-Postexpositionsprophylaxe (DoxyPEP) angewendet, die vermutlich durch Maskierung der typischen Antikörperantwort zu einer Verzögerung der Diagnosestellung beigetragen hat. Dieser Fall wirft relevante Fragen hinsichtlich des Einflusses von DoxyPEP auf die Detektion und den klinischen Verlauf der Syphilis auf. Weitere Studien sind erforderlich, um die Auswirkungen auf antimikrobielle Resistenzen, das humane Mikrobiom sowie auf klinische Endpunkte systematisch zu untersuchen.

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Eine Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für STD und dermatologische Mikrobiologie (ÖGSTD) zum Einsatz von Doxy-PEP finden Sie hier pdf button.