Palefsky et al., N Engl J Med. 2022; 386:2273–82

Die Inzidenz von Analkarzinomen ist bei Personen, die mit HIV leben substantiell höher als in der generellen Bevölkerung.

Wie beim Zervixkarzinom gehen dem Analkarzinom high-grade squamous intraepithelial lesions (HSILs) voran. Die Behandlung von zervikalen HSILs reduziert die Progression zu Zervixkarzinom, Daten von prospektiven Studien für die Behandlung von analen HSILs um Analkarzinome zu verhindern fehlten bisher.

In der vorliegenden multizentrische Phase-III-Studie wurden HIV-positive Personen (Mindestalter 35) an 25 US Standorten mit histologisch gesicherter HSIL 1:1 randomisiert. Bei der Behandlungsgruppe wurde eine Behandlung bis zur Abheilung durchgeführt (Ablation, Exzision, topisches Fluorouracil oder Imiquimod), bei der Kontrollgruppe nur abgewartet. Der primäre Endpunkt war das zeitliche Auftreten einer Progression zum Analkrebs. Kontrolluntersuchungen wurden alle sechs Monate durchgeführt. 4.446 Personen wurden analysiert. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 25,8 Monaten wurden in der Behandlungsgruppe neun Fälle diagnostiziert (173 pro 100.000 Personenjahren) und 21 Fälle in der Kontrollgruppe (402 pro 100.000 Personenjahre). Damit war die Rate der Progression zu Analkrebs in der Behandlungsgruppe um 57 % niedriger.

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