Neben der Fehlbesiedelung des Darmes spielt bei Darmerkrankungen die infektiöse Diarrhoe eine wichtige Rolle. Sie ist meist durch starke Durchfälle gekennzeichnet und oft von Fieber, Bauchkrämpfen und Erbrechen begleitet. Da die Stuhlfrequenz individuell großen Schwankungen unterworfen ist, versteht man unter Durchfall eine Erhöhung der gewohnten Stuhlfrequenz und/oder der Konsistenz sowie eventuell das Hinzutreten von Eigenschaften wie übelriechend, schaumig, blutig oder schleimig. Das Spektrum möglicher Durchfallserreger ist enorm breit. Zahlreiche Bakterienspezies sowie verschiedenste Parasiten und Viren konnten als sichere oder sehr wahrscheinliche Ursache identifiziert werden. Erleichternd für eine Diagnose ist daher eine genaue Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten. Hierin sollten Beschwerden, eventuell vorrausgegangene Antibiotikatherapien, Ernährungsgewohnheiten sowie Auslandsaufenthalte (vorwiegend Tropen) festgehalten sein.
Indikationsbeispiele:
- Manifeste Darmstörung nach Antibiotikagabe: Möglichkeit von Clostridium difficile
- Durchfall nach Genuss von Schweine- oder Rindfleisch, Geflügel, Eiern: Möglichkeit von Salmonellen.
- Wässrige bis blutig-schleimige Diarrhoe nach Genuss von Geflügel oder Rohmilch: Möglichkeit von Campylobacter spec.
- Kurz andauernder Durchfall bzw. Oberbauchbeschwerden nach Aufnahme fäkal kontaminierter Nahrung (vorwiegend in den Tropen): Möglichkeit von Giardia lamblia
